Von verblümt bis gewalt(tät)ig: Zur Rhetorik des Apostels Paulus

Von 5. Januar 2017
Wann:
27. Mai 2019 um 20:00
2019-05-27T20:00:00+02:00
2019-05-27T20:15:00+02:00
Wo:
vh ulm, Club Orange
Kornhauspl. 5
89073 Ulm
Deutschland
Preis:
6 € | red. 4 €
Kontakt:
vh ulm in Kooperation mit der evang. und Kath. Gesamtkirchengemeinde Ulm
Referent: Prof. Dr. Peter Lampe

Ähnlich Rednern sokratischer Tradition nimmt Paulus von sophistischen Überredungstricks Abstand. Das heißt nicht, dass er darauf verzichtet, verschiedene Register damaliger Redekunst zu ziehen. An vor allem zwei Beispielen wird dies gezeigt. (1) Die rhetorische Figur, die eigentliche Bedeutung einer Äußerung im Hintergrund des Textes zu verstecken, also »durch die Blume« zu reden und so einen doppelbödigen Text zu produzieren, wendet er in 1 Korinther 1-4 an. Die Figur ist bei Rednern und Publikum im 1. Jh. beliebt. (2) In 2 Korinther 10-13, angegriffen in seiner Autorität und zu einer Selbstapologie ansetzend, zieht er dagegen Rhetorikregister, die ihn sogar verbale Gewalt anwenden lassen – ein zunehmend auch heutige Diskurse bestimmendes Problem.

Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Nr. 19F0101530